Von 99 zu 50 %

Veröffentlicht: 13. Dezember 2015 in Uncategorized

Der Blog ist etwas kurz gekommen, in diesem Jahr und meine Bewunderung für diejenigen, die den ihrigen neben und nach der Arbeit führen, ist stark gewachsen. Anfang des Jahres hatte ich dieses Luxusproblem noch nicht. Ich habe mir Projekte ausgesucht und konnte wählen, ob ich hier oder dort schreibe. Die offene Gesellschaft und der Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo waren die Themen des Januars und wie sehr ähnelt der Beginn dem Ende des Jahres.

Obwohl die Auseinandersetzungen sich verschärfen und die Wissenschaftler sich darum streiten, ob alle Brandstifter Nazis sind oder einfach in einen „Akutverlust von humaner Orientierung“ und „rassistischen Rausch“ geraten sind, hat sich in diesem Jahr auch etwas anderes gezeigt: Die spontane humane Orientierung der Vielen.

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photo credit: UU via photopin (license)

Ob und wieweit sie politisch ist, sei dahingestellt und ob und wie lang sie dauert auch, aber bislang ist sie ausdauernder und weniger verführbar, als ich angenommen habe. Und dies tut meinem kleinen naiven Herzchen gut!

Aber gerade weil ich so ungläubig bin, vermisse ich eine Idee, wie die Einwanderungsgesellschaft in Zukunft ausschauen soll. Momentan schwanken die Vorstellungen von der Zukunft der SyrerInnen in Deutschland von der schnellen bis hin zur mühsamen Integration in den Arbeitsmarkt und die Dauer des Aufenthalts wird von der politischen Seite schon begrenzt, während die Demografen darin noch die kommende Generation des Landes sehen. Aber nicht nur den NeubürgerInnen, sondern auch den WohnbürgerInnen muss eine Perspektive geboten werden, ohne in alte Schemata zu verfallen. Hier sollte die Linke einen lebbaren Vorschlag machen.

Wie dieser aussehen kann, weiß ich nicht. Doch sichtbar verändert sich das Land und nicht nur in den Zentren, sondern auch auf dem Land.

Angesichts dessen habe ich in den letzten Monaten viele Stunden damit verbracht mich zu orientieren. Ausschlaggebend für meine neue Energie war aber ein Interview mit Philipp Blom im DLF:

„In der Welt mache sich eine neue Trennung breit, sagte Blom. Es gehe nicht mehr um rechts oder links, sondern es gebe „einen liberalen Traum und einen autoritären Traum“. Diese Sehnsucht nach einfachen Antworten, das verbinde auch den IS mit Pegida. Es wäre töricht auszuschließen, dass sich dieser autoritäre Traum durchsetze.“

Gerade weil es auf viele aktuellen Probleme keine einfachen Antworten gibt, entstehen nun Debatten, von denen man hoffen muss, dass die links-liberalen Stimmen sich durchsetzen. Zähne auseinander!

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Kommentare
  1. besserwisser sagt:

    Dein Beitrag gefällt mir. Ich mach gerade neue Erfahrungen und Menschen fallen aus den Schubladen, in die ich sie schon sortiert hatte.

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