WissenschaftlerIn oder AutorIn? AutorIn!

Veröffentlicht: 12. Juli 2015 in Literatur, Punkgebte
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Mir ist so, als ob die Zeit der AutorInnen zurückkehren muss.Ich bin als Kleingeist ein Fan der Wissenschaft, weil (Geistes-)Wissenschaft, wie ich sie verstehe, zwangsläufig Kollektivarbeit ist. Entweder sitzt man als Team um einen Tisch und streitet um Erkenntnis oder man baut seine Aussagen auf die anderer KollegInnen auf. So gesehen gilt der Satz, dass man auf den Schultern von KollegInnen arbeitet. In diesem Fall steckt man aber auch in einem Denkstil fest. Leicht wird die eigene Aufgabe damit zur Exegese von Interpretationen, was wenig inspirierend ist.

Und wenn jemand einen Wurf versucht, oder aber einem großen Vorhaben nachgeht, folgt direkt der kleinliche, methodische Zeigefinger. Nein, es geht nicht um mich. Es geht um meine Reaktion auf ein Buch, das ich rezensieren wollte und will. Genau deshalb, weil ich die Fragen, die der Autor in seinem Vorwort stellt, auch spannend finde, und doch ist es genau dieses große Vorhaben, dass mich als Leser gleich wieder stutzig machen lässt – das kann der doch nicht alles gleichzeitig beantworten, das gibt die Methode doch gar nicht her, usw. und sofort. Ich rezensiere für ein wissenschaftlich orintiertes Medium, es ist also meine Aufgabe diese Frage zu stellen, aber geht es noch eine Nummer kleiner? Was, wenn er Autor die Fragen tatsächlich beantwortet, auch wenn es methodisch vielleicht gar nicht möglich ist? Ich weiß nicht, ob dies zutreffen wird oder nicht, soweit bin ich noch nicht, aber wäre es schlimm? Als Leser will ich Antworten und seien sie auch nur vorläufige.

Niemand schützt uns vor den Meinungen der Talkrundenexperten aus der Wissenschaft, so unwissenschaftlich sie auch sein mögen und selbst, wenn es sich um Glaubenssätze Handelt. Nur die Linke fühlt sich übermäßig häufig bemüßigt, im Wissenschaftlichen zu verharren.

Ich bin inzwischen überzeugt, dass die Wissenschaft nur dann wirklich weiter sinnhaft bleibt, wenn die orginellsten Köpfe unwissenschaftlich werden. Wenn sie neue Horizonte öffnen, gesellschaftliche Visionen anstoßen und zu AutorInnen werden und (wissenschaftliche) Grenzen sprengen und wie SchriftstellerInnen ihren Texten Kraft geben; sie haben nichts zu verlieren außer ihre Ketten.

 

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Kommentare
  1. besserwisser sagt:

    Bin genau deiner Meinung

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