Sehgewohnheiten sind Systemrelevant

Veröffentlicht: 10. Dezember 2014 in Popkultur
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Screenshot von youtube

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Dirty Harry, der Late Night Talker, der Schwabe vom Dienst und der Grund, der Grund, weshalb ganz Deutschland, zumindest die Schmidt-Zuschauer, vermeintlich den Nürtinger Bahnhof kennet: Harald Schmidt zu Gast in der Sendung „Sternstunde Philosophie“ vom 25.5.2014

Was haben Carta und’s Äffle&Pferdle gemeinsam. Ich folge beiden auf facebook, ansonsten und das sage ich zerknirscht, sind die redaktionellen Betreuer der beiden Werbetierchen dort aktivier als der Autorenblog. Und so waren es das Äffle und der Gaul, die das Video „Harald Schmidt Sprachkurs Schwäbisch“ gepostet haben.

Und wie es halt so ist, habe ich auf Youtube ein wenig gestöbert und bin auf die Sternstunde Philosophie gestoßen. Harald Schmidt zieht dort im Gespräch mit Charles Lewinsky eine Art Bilanz und spricht über  die Grenzen des Mediums und welche Regeln das Medium und die Zuschauer befolgt haben wollen. Schmidt beklagt, die Zuschauer könnten stereoptype Ansagen und Ironie nicht mehr erkennen. Die Enthüllung von PR und Marketing durch Promis und Autoren wird sogar verübelt. Denn

 

Schmidt:

46:23
„wenn sie sagen
46:25
toll dieses [H&M T-Shirt] erstaunlich was so kleine [Bangladeschfingerchen]
46:28
alles [nähen] können“
würden die Menschen dies übel nehmen, wenn aber ein Autor das Sterben eines Angehörigen für den Verkauf eines Buches haarklein beschreibt, würde dies als einfühlsam gelobt. Schmidt verwechselt dabei möglicherweise die Präsentation mit dem Inhalt, könnte aber auch recht haben.
Lewinsky:

46:57

„die Leute wollen
46:59
betrogen werden[?] Schmidt: [zugeschmiert] werden[,] ja
47:01
Lewinsky: Sie meinen wirklich, der Zuschauer
47:03
will das auch so haben [?]  Schmidt: der Zuschauer Lewinsky: und mag es nicht wenn man die Regeln verletzt
47:07
Schmidt: Zuschauer ist daraufhin abgerichtet,
47:09
meiner Meinung nach,
47:10
und das halte ich sogar für «systemrelevant» [Lewinsky: das müssen Sie erklären]
47:15
Schmidt: denn wenn sie sozusagen, sagen würden
47:19
Moment mal was, [was krieg ich hier geboten], ist das wirklich so, da kann man das auch
47:22
anders sehen
47:23
dann kommen sie vielleicht auf die Idee
47:25
warum soll ich ein für 2000 Euro Prozent im Krankenhaus arbeiten
47:31
eigentlich ist es doch mindestens zehntausend Euro Wert
47:35
und dann könnte es doch Prozente zu leichten [Turbulenzen] im
47:40
öffentliche Nahverkehr kommen“
[und deswegen glaub ich, dass so eine Normierung von Reaktionen, was man zu empfinden hat, geboten haben, was einen zu einem anderen Menschen zu machen.]
Was Schmidt hier sicherlich meint und aus der Logik des vorher gesagten klar wird, aber leider nicht hinbekommt zu artikulieren, ist: dass die Normierung verhindert, dass wir uns zu anderen Menschen machen.
Sämtliche in eckigen Klammern stehenden Textbestandteile stammen von mir, wie auch die Einfügungen der Namen.  Zum Vergleich findet Ihr das enttäuschend fehlerhafte Transkript unter der Option „mehr“ unterhalb des Videos.
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