Ich bin nicht wir

Veröffentlicht: 15. November 2014 in Politik, Punkgebte
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„DRANK IRISH WHISKEY I STOLE FROM YOUR FATHER WHEN I WAS AWAY I WANDERED AROUND NOT LOOKING FOR WORK WHEN I WAS AWAY THE TRAINS ONLY STOPPED WHEN THEY RAN OUT OF DIESEL WHEN I WAS AWAY WHEN I WAS WITH YOU“. (The Great Park)

Ich hörte gestern dieses wunderschöne Lied („When I was away“) live im VEB und fühlte mich seltsam berührt, nicht nur, dass ich beschloss, auf dem Rückweg an einer Tanke Whisk(e)y zu kaufen, was ich dann schließlich doch nicht tat, weil das Leben anders läuft als der Plan. Ich grübelte, whether I was away or am I still away? Gibt es ein richtiges Leben im falschen? Wenn nicht, dann wäre ich echt gekniffen. Wenn doch, wie geht das?

(c) Initiative Lama-Musik

Manchmal, aber nur manchmal, hilft ja ein Gespräch weiter und ich hatte diese Woche Glück ein solches zu führen. Vielen Dank lieber Besserwisser. Das ist ein kleines Resumee. Ich habe Zweierlei erkannt, erstens Demokratie ist echt ne super Idee, aber leider verflucht langsam und ließe sich leicht optimieren, wären alle meiner Meinung 😉 Vermutlich, nein, mit Sicherheit, wäre es mir dann viel zu langweilig. Also dann sollte es doch lieber bleiben, wie es ist. Schließlich könnte ich ja auch mal ein Fehler machen und dann würde niemand widersprechen, was keine gute Idee wäre.
Vermutlich, nein, ganz sicher, würde es mir reichen, wenn wir nicht alle wir wären. „‚Wir alle sind Weltmeister geworden‘, sagte Lahm zum Publikum der 66. Bambi-Gala im Stage-Theater am Potsdamer Platz.“

Ich nicht, ich war nicht Papst, bin deshalb nicht in Vorruhestand gegangen, bin auch kein Weltmeister und bin auf keinen Fall wir. Ich will eine Gesellschaft der tolleranten Ichs. Ich will meinen Weg gehen und gewiss sein, dass alle so selbstbewußt sind, dass sie mich nicht mit ihren Maßstäben messen. Ich will lauter selbstbewusste Ichs, die aus eigenem Wollen eine Gesellschaft bilden, ohne zu fordern, dass es einen Mainstream gibt. Alle begegnen sich auf Augenhöhe und Keiner lebt auf Kosten des Anderen.

Der Besserwisser habt mich gefragt, ob ich nicht für die anderen etwas wolle oder für andere etwas fordere, für die Gesellschaft.  Klar will ich etwas für die Gesellschaft und stelle mir etwas vor: ich will, dass jeder das will, was ich mir vorstelle. Ich will eine gerechte Gesellschaft nach meinen Vorstellungen. Nur, wenn die anderen Ichs das nicht wollen, bleibt es wie es ist. Bin ich deshalb kein Demokrat, weil ich für meine Idee, meine kleine Vorstellung eintrete und nicht im Namen der Gesellschaft? Im Gegenteil. Ich werbe für meine Idee, bis eine Mehrheit überzeugt ist, und wenn ich nicht der einzige bin, sondern mehrere Menschen meine Vorstellungen teilen, umso besser, streiten wir gemeinsam, für das, was jeder von uns, als einzelne Menschen, für das Beste hält.

 

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