Kriege werden ausgebrochen

Veröffentlicht: 2. September 2014 in Gesellschaft, Punkgebte
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kultgenosse: Kopie left. Friedensdenkstein im Wiehlpark, Wiehl.

Statt in Siegen auf die Veranstaltung zu gehen, habe ich gestern dem Oberbergischen den Vorzug gegeben, wo ich das Häufleien Linker gerne mit meiner Anwesenheit unterstütze. Geladen war zum Friedensgedenkstein im Wiehlpark in Wiehl.Schon gut zwei Wochen vorher war die Nachricht bei mir eingeflattert, dass am Gedenkstein im Wiehlpark eine Mahnwache am Weltfriedenstag stattfinden sollte. Und schon war die Veranstaltung gesetzt, zum einen hatte ich an meinem in die Schlagzeilen geratenen ehemaligen Kreisverband noch einige Fragen und zum anderen habe ich gehofft, dass einer der intelligentesten Linken, die kennengelernt habe, auch auf der Veranstaltung reden würde. Und ich hatte Glück, hier die Rede von Manfred:



Mahnwache 2014 in Wiehl
Kopie left: kultgenosse

Kopie left: kultgenosse

 

Manfreds Redebeitrag:

Vor 100 Jahren begann der 1. Weltkrieg. Er brach nicht etwa aus, sondern wurde ausgebrochen. Kriege brechen nie einfach aus. Europa taumelte nicht in den Krieg, es wurde von den Herrschenden und Kriegsprofiteuren in den Krieg getrieben. Denkschriften hoher kaiserlicher Militärs, des „Deutschen Wehrvereins“, des „Alldeutschen Verbandes“ und nicht zuletzt auch der von Stahl- und Rüstungsindustriellen, (Denkschriften, die heute in den Archiven liegen) zeugen von Forderungen nach genau dem stattgefundenen Krieg, den später alle nicht gewollt haben wollen, der ihnen aufgezwungen gewesen sei.

Es gab auch keine anfänglich allgemeine Begeisterung im Volk für den Krieg. Diese zu behaupten ist pure Geschichtsklitterei. Vom 26. bis 30. Juli 1914 fanden in fast 60 deutschen Städten große Antkriegskundgebungen mit rund 1 Million Teilnehmern statt.

Auf den Tag genau vor 75 Jahren begann am 1. September 1939 der 2. Weltkrieg mit dem deutschen Überfall auf Polen und der dreisten Lüge Hitlers: „Ab 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen“. Die Folgen auch dieses Krieges sind bekannt. Auch dieser Krieg war von langer Hand geplant.

Ich will aber auch erinnern daran, daß im März 1999, vor 15 Jahren erstmals nach dem Ende des 2. Weltkrieges wieder deutsches Militär an einem Angriffskrieg gegen ein anderes Land teilnahmen, gegen Jugoslawien. Ex-Kanzler Gerhard Schröder sagte dazu im März dieses Jahres auf einer Diskussionsveranstaltung der Zeitung Die Zeit, er selbst habe als Kanzler im Jugoslawien-Krieg auch gegen das Völkerrecht verstoßen. „Da haben wir unsere Flugzeuge, unsere Tornados nach Serbien geschickt und die haben zusammen mit der NATO einen souveränen Staat gebombt – ohne dass es einen Sicherheitsratsbeschluss gegeben hätte,“ so Schröder.

Heute führt die Bundeswehr wieder Krieg in aller Welt – verharmlosend Auslandseinsätze oder Hilfsaktionen genannt. Bei strenger Auslegung des Artikels 87a unseres Grundgesetzes sind diese Kriegseinsätze verfassungswidrig. Wohl aus dem Grund und als nicht mehr verheimlicht werden konnte daß die Bundeswehr in Afghanistan sich im Krieg befindet, gestaltete der ehemalige Verteidigungsminister Struck den Satz „Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.

Was haben die Kriege in Afghanistan und im Irak gebracht? In Afghanistan hat sich die Lage der Bevölkerung um keinen Deut verbessert. Werden erst einmal die ausländischen Militärtruppen das Land verlassen haben, werden auch die Taliban, die in den 1980er Jahren von der CIA aufgepäppelt wurden, wieder die unumschränkte Oberhand haben. Was den Irak betrifft, so sehen wir, daß die Warner von damals Recht hatten, als sie voraussagten, der Krieg im Irak bringe die ganze Nahostregion in ein gefährliches Ungleichgewicht.

Wenn dann noch dazu, wie es geschehen ist, von aussen gegen Lybien gezündelt wurde und aktuell noch gegen Syrien, wird die ganze Region zu einem explosiven Kessel. Der Irak, Lybien und Syrien waren und sind natürlich keine Musterdemokratien. In diese Länder aber von aussen einen Regimechange hineintragen zu wollen, hat zu dem Ergebnis geführt, daß dort nun verschiedene religiös fanatische Gruppen die Bevölkerung beschiessen, bombardieren, terrorisieren, foltern, ermorden.

Bleiben wir zunächst im Nahen Osten, muss natürlich auch über den schon viel zu lange andauernden Konflikt zwischen Israel und Palästina gesprochen werden.

Und sofort begebe ich mich damit auf vermintes Gebiet. Kritik an der israelischen Poltik wird nur allzu schnell als antisemitsch hingestellt. Wo kommen wir aber hin, wenn jegliche israelische Politik nicht kritisiert werden darf? Ausserdem – es gibt auch eine israelische Friedensbewegung, die die Palästinapolitik ihrer Regierung scharf kritisiert. Einer ihrer bekanntesten Sprecher ist der Journalist Uri Avnery. Er schlägt als Lösung unter anderem vor:

 

– die Gründung eines unabhängigen und freien Palästinastaates neben Israel,

– die Räumung der israelischen Siedlungen auf dem Territorium des Palästinastaates,

– eine offene Grenze zwischen den beiden Staaten,

– die Wasservorkommen gemeinsam zu kontrollieren und in einem gleichberechtigten Abkommen zuzuweisen.

 

Das alles aber will Israel nicht, sondern setzt allein auf eine militärische Lösung. Israel sollte internationalem Druck ausgesetzt werden um endlich zu einer friedlichen Lösung in der Region zu kommen.

Der derzeit gefährlichste Kriegsschauplatz ist der in der Ukraine. Er ist deshalb der gefährlichste, weil er sich zu einem Krieg zwischen den beiden Atommächten USA bezw. NATO und Russland ausweiten kann. Wenn es jemals wirklich das Ziel der EU war, die soziale und politische Lage der Menschen in der Ukraine zu verbessern, so haben die Politiker der EU und ganz mit vorne der deutsche Aussenminister komplett versagt. Das ist aber eher die harmlosere Variante einer Einschätzung der Ursache für den Krieg in der Ostukraine. Die andere Variante ist die, es ging auch hier um einen Regimechange, die Loslösung der Ukraine aus dem Wirtschaftsverbund mit Russland, die Engerziehung der NATO um Russland herum. Es geht um strategische und wirtschaftliche Interessen.

Und so gehen EU und USA einen Bündnis mit einem Putschregime ein, in dessen Reihen Faschisten der Swoboda-Partei mitregieren und das Zivilbevölkerung in den Städten und Dörfern der Ostukraine beschiessen und bombardieren lässt. Nicht allein durch ukrainisches Militär, dessen Soldaten immer wieder desertieren, sondern auch durch die Angehörigen des ultrarechten Prawyj Sektor, des Rechten Sektor, die wesentlicher Bestandteil der Nationalgarde sind. Wen wundert es eigentlich wirklich, daß ein Großteil oder sogar der größte Teil (wer weiss das so genau?) der ostukrainischen Bevölkerung nicht mehr in der Ukraine unter dem neuen Regime leben will? Ihre russische Sprache sollte ihnen verboten werden. Frau Timoschenko, die heldenhafte Gasprinzessin, würde am liebsten acht Millionen Russen auf dem Territorium der Ukraine mit der Atombombe erledigen. Nach solchen Führern sehnt sich ein Volk.

Willy Wimmer, CDU-Mitglied und ehemaliger Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium sagte vor kurzem:

„Das amerikanisch – Kiew-ukrainische Ziel dieses Vorgehens wird notfalls auf den offenen Krieg mit Russland aus sein, um letztlich die Ukraine als Bollwerk nicht nur gegen Russland nutzen zu können.“

 

Vielsagend sind die Meinungen in den Leserforen auf den Internetseiten der großen Tageszeitungen und der Tagesschau. Ich möchte ein kleine Auswahl an Meinungen aus dem Leserforum der ARD-Tagesschau vom 30.8. vortragen und damit schliesse ich dann.

 

→ Die EU muss endlich mal begreifen daß sie mit Russland reden muss, und nicht Russland was diktieren kann.

→ So wie ich das sehe, steuert Europa auf dem direkten Wege in den Krieg. „Kremlchef Wladimir Putin müsse von der „Wiedererrichtung des russischen Imperiums“ abgehalten werden.“ Solche kriegstreibende Äußerungen eines europäischen Politikers sind als Kriegserklärung an Russland zu deuten. Immer noch fehlen die Beweise, dass Russland in der Ukraine einmarschiert ist. Wo sind die Beweise? Wo sind die Fotos? Videos? Ich fühle mich nicht von Russland bedroht. Von der gegenwärtigen EU-Politik aber schon!

→ Frieden könnte es auch geben, wenn Poroschenko nicht mehr auf die eigene Bevölkerung schießen lässt….

→ Diese schlafwandlerischen Politiker lehren mich das Gruseln, von Politikverdrossenheit ganz zu schweigen…. kaum einer macht die sich immer deutlicher abzeichnende Kriegsgefahr in Europa und für die gesamte Welt zum Thema… Altbundeskanzler Helmut Schmidt allerdings warnte schon vor Monaten vor der sich abzeichnenden gefährlichen Spirale politischen Versagens und nicht mehr aufzuhaltenden Entwicklungen… derweil die Scharfmacher und Kriegstreiber auf allen Ebenen, in allen Medien den Krieg schon regelrecht herbeischreien !!!
Frage: marschiert die Friedensbewegung in Deutschland nur noch zu Ostern ?!!?

→ Die NATO will unbedingt den Krieg mit Russland. Jeden Tag kommen Horrormeldungen in der Tagesschau. Waren es erst russische Freiwillige, sind es jetzt schon reguläre Truppen mit hunderten Panzern. Solche vielen Panzer müssten doch von den Reportern von Reuters gesehen und gefilmt werden,oder hat Russland schon Panzer entwickelt, welche unsichtbar gemacht werden können.

→ Wie mit Putin umgehen? Das kann ich Euch sagen: geht mit ihm so um, daß meine 2 minderjährigen Kinder auch noch Großeltern werden können…… Im Klartext: zettelt keinen Weltkrieg an, bei dem wir alle wegen nichts und wieder nichts draufgehen!

 

Zumindest dem letzten Beitrag kann sich jeder nur anschliessen!

Vielen Dank.

 

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