Mühsam – Sich fügen? Nie!

Veröffentlicht: 20. Juli 2014 in Gesellschaft, Politik, Punkgebte
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Gepostet vom AStA der Uni Siegen

Auf FB gepostet vom AStA der Uni Siegen

 

Es ist das Symbolische, dass uns viel Kraft kostet, aber auch spendet.

Eigentlich war der Tag gestern gut verlaufen und ich wachte gut gelaunt auf.

Deutlich getrübt wurd der Tag allerdings durch die Tatsache, dass in Berlin in der Nacht auf Samstag Unbekannte offenbar versuchten, eine Gedenksäule, die an Erich Mühsam erinnert, zu zerstören. Sie stüzten die Säule um, eine Treppe „in Richtung Hufeisenteich“ hinunter und flüchteten, als ein Anwohner samt Hund den Geräuschen nachging.

Ausschnitt aus den Foto "Reichstag Berlin": photo credit: onnola via photopin cc

Ausschnitt aus den Foto „Reichstag Berlin“: photo credit: onnola via photopin cc

Es ist schon traurig und sollte nachdenklich stimmen, wenn das Erinnern an einen Mann, der als einer der ersten nach dem Reichstagsbrand den Nazis zum Ofer fiel, so behandelt wird. Dies war gezielt und muss auch als Signal verstanden werden. „Für die Nationalsozialisten war ein Mann wie Mühsam Hassobjekt Nummer eins: Anarchist, Kommunist, Jude, Räterepublikaner, „Novemberverbrecher“. Nachdem er verschiedene Gefängnisse durchlaufen hatte, wurde er ins Konzentrationslager Sonnenburg bei Küstrin an der Oder verlegt“, stellt Michaela Karl fest. Dort wurde er ermordet.

Dagegen ist freute es mich gemeinsam mit 200 oder mehr Menschen zu demonstrieren, mit denen man sich einig ist, dass nicht nur in Siegen rechte Gewalt keinen Platz haben darf. So geschehen gestern. Ein bereites Bündnis hatte gerufen und erfreulich viele sind dem Aufruf mit „vielen Plakaten, Schildern und ordentlich Tamtam“, wie es die Siegener Zeitung leicht abschätzig schrieb, gefolgt – wobei viel immer relativ ist. Dabei muss man sich verkneifen, daran zu denken, dass Siegen seinen Status als Großstadt zwar verloren hat, aber immerhin mehr als 99.000 Einwohner hier leben. Schön, dass auch Wenige auffallen können, wenn es der Mehrheit dienlich ist. Deshalb ermunterte es mich heute morgen zu sehen, dass darüber auch wohlwollend berichtet wird.

Die Linke muss aufpassen, dass ihr das so liebe Feld der symbolischen Politik nicht verloren geht.

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