Von Makro zu Mikro und zurück

Veröffentlicht: 28. März 2014 in Schreibstattwerk
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In einigen der letzten Beiträge haben ich mich mit dem Internet und Machinen beschäftigt. Obwohl der Beitrag zur Industrie 4.0  noch aussteht, möchte ich mich doch eher einem Gebiet zuwenden, auf dem ich mich sicherer fühle. Daher stelle ich hier ein Brainstorming zur Rolle des Users an.

Der Internetnutzer kann unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden: Ökonomisch, als Online-Shopper, Banking-Kunde, Nutzer der Internet-Infrastruktur mit monatlichen Leasing-Raten, als Rezipienten und in unterschiedlich großem Umfang als (Text-)Produzenten. Und auch, wenn man die letzen beiden Funktionen betrachtet, läuft die erste Funktion immer im Hintergrund mit. Egal ob auf Facebook oder WordPress: Content ist die Rahmung für Werbung, es sei denn, und dies nur in manchen Fällen möglich, man erlangt ein upgrade und zahlt.

In einem ersten Brainstorming hatte ich die an die Kulturindustriethese angelehnte Pop-Kritik Behrens erwähnt, von denen ich gerne Elemente aufnehmen würde, bei denen es um den Zusammenhang zwischen Individuum und System geht. Dieses Verhältnis, so ist zu erwarten, wird aber wiederum zu brechen sein, um individuelles, nicht erwartbares und im besten Fall widerständiges Verhalten zu erklären. So hatte IKEA Russland über das Covermotiv abstimmen lassen, das Siegermotiv, als Mitglieder der Gruppe Pussy-Riot verkleidete Menschen auf IKEA-Möbel,  jedoch letztlich aus politischen Gründen verworfen. Die „vier Unterstützer der Punkband“, die das Motiv eingereicht hatten, haben den Wettbewerb umgewidmet und als Äußerungsakt genutzt. Und zuletzt muss es kreativer Akt gewertet und interpretiert werden. Ziel dabei muss es sein, den Subjektstandpunkt zu würdigen ohne deshalb anzunehmen, das Subjekt sei autonom innerhalb der Struktur der Kulturproduktion oder des Kapitalismus.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare
  1. Verfasser sagt:

    Bin gespannt, wie es weitergeht!
    Spontan fällt mir dazu ein konträres Beispiel ein: Der (grossartige) offene Brief von Judith Holofernes an die JvM-Fuzzis betr. der Bild-Kampagne.
    Und, wie die Bild diesen dann als Anzeige in der taz schaltete. Was für ein Coup der Werbestrategen.
    Irgendwann hat die (Kultur?)Industrie noch jede Widerständigkeit gefressen. Besser: assimiliert!
    Resistance is futile!?

  2. […] Kyrosch Beiträge zur Pop- und Alltagskultur,  zu sozialen Protesten und zum Verhältnis von Internet und Gesellschaft. Kyroschs Beiträge zeichnen sich durch eine persönliche, aber niemals egozentrische, Sicht auf […]

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