das ist das letzte …

Veröffentlicht: 28. Dezember 2013 in Punkgebte
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Posting für dieses Jahr, auch wenn sich Ereignisse an keine Datumsgrenzen halten.
Dennoch scheinen sich einige Themen zu klären. Vielleicht also doch ein guter Zeitpunkt für einen persönlichen Rückblick auf meine ersten Monate als Webtagebuchschreiber.

Richtig los ging es mit dem Thema Snowden auf blog.de, wo ich bis zum Herbst geschrieben habe. „Whistleblower“ war die erste Überschrift und das Thema hat mich bis heute begleitet, immer wieder. Der Name „Punkgebte„, so hieß auch der/die/das alte Blog, und war natürlich von den Pussy Riots geborgt, wurden aber erst später, am zweiten August Thema, als ich von der Weigerung der JurorInnen hörte, den Martin-Luther-Preis den PunkerInnen zu verleihen, und dies mit Gotteslästerung begründet wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich mangels Fotos per Photoshop mal mehr oder mal weniger aufwendige Bildchen gebastelt. Mit dem Beitrag „Emscherkunst Juli 2013“ lud ich das erste Mal selbstgemachte Fotos hoch. Mehr noch als in diesem Blog habe ich bis dahin kleine Akte des „Widerstandes“ beachtet; etwa als Caren Mioska in einem Gespräch mit einer Korespondentin nachfragte, ob die ausgesproche „weltweite“ Terrorwarnung, die auf eine Äußerung Obamas zurückgingen, nicht vielleicht ein Ablenkungsmanöver vom NSA-Skandal sei. Aber auch der offene Brief von Juli Zeh“ und anderes. Das Themenspektrum hat sich schleichend erweitert und auch das Tummeln auf anderen Blogs weitete sich aus.

Die demokratischen Proteste in der Türkei und auch in Ägypten wurden genauso Thema wie Europa (und Habermas) und immer mehr wurden die Parteien zum Schreibanlass, zunächst mal in ihrem Zugehen auf MigrantInnen. Ende August dann der „Umzug“ auf wordpress. Hieß der Untertitel auf web.de noch „Es gab in den letzten Jahren mehrere öffentliche Interventionen, damit beschäftigte sich dieser Blog“ heißt er auf wordpress „Wir sind die Zivilgesellschaft“. Das eigentliche Thema, die Öffentlichkeit und eine bestimmte „Perspektive“, ist hoffentlich gleichgeblieben, doch der Fokus verlagerte sich mehr auf die digitale Öffentlichkeit. Der letzte Eintrag auf blog.de war dem Auftritt und dem Buch über die Gruppe Slime gewidmet. Der Abschied von blog.de ist mir nicht leichtgefallen, vor allem, als ich merkte, dass sich die BloggerInnen doch fast ausschließlich innerhalb ihrer „Communities“ bewegen und kaum jemand meiner Blog.de-Freunde mir auf WordPress folgt, dafür sind neue LeserInnen und KommentatorInnen hinzugekommen, wofür ich mich herzlich bedanke.

Das Kult aus dem Kultgenossen hatte ich der Kultur wegen gewählt. Kultur als Thema ist ein wenig zu kurz gekommen, auch wenn es sie manchmal auch sie in der Kategorie Gesellschaft oder Literatur versteckt auftaucht. Explizit in diese Kategorie fielen weniger Beiträge als erhofft, dafür aber einer meiner am meisten gelesen Beiträge: „Cor darf Kuba“ – warum auch immer. 😉 . Andere Themen, etwa Georg Büchner, Reich-Ranicki oder Camus haben leider weniger Leser gefunden. Aber eins habe ich gelernt und ist mir aber erst klar geworden, als ich einen klugen Beitrag las, ich glaube, es war auf schneeschmelze, in dem das Schreiben thematisiert wurde. Das Schreiben ist mir so eine Art Alltagsverdauungshilfe geworden, mehr als ein Ventil, die Gelegenheit über Dinge, die mir wichtig sind, tiefergehend nachzudenken. Das Schreiben ist dabei der Anlass.

Dieter Hildebrandt, über dessen Projekt „Störsender.tv“ ich geschrieben habe, ist leider mittlerweile verstorben, dafür lässt sich aktuell die türkische Opposition wieder und weiterhin vernehmen. Ägypten befindet sich in einem Machtkampf und wie darüber berichtet werden wird, wird spannend. Die beiden bekanntesten Pussy Riot Musikerinnen sind mittlerweile frei und wollen frei von dem Label weiterarbeiten. Andere Mitglieder von Pussy Riot dagegen wollen weitermachen. Snowden wird auch 2014 Thema bleiben und die fragile Öffentlichkeit sowieso. Punkgebete (nicht der Bolg) als Haltung und Ausdrucksform bleiben eine Notwendigkeit. „Wir müssen weiter kämpfen und dürfen keine Angst haben“, heißt der letzte Satz der Pussy Riot Aktivistin in Tacks-Beitrag.

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