Über Insassen und Lager

Veröffentlicht: 24. Dezember 2013 in Politik, Punkgebte, Uncategorized
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Putin hat nun tatsächlich auch die beiden Pussy Riot-Musikerinnen Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina aus der „Haft“ entlassen, nachdem zwei Tage zuvor auch Chodorkowskij frei gekommen war. Allen dreien zunächst einen Glückwunsch zum Start in ihr Post-Lagerleben und bei ihrem weiteren gesellschaftspolitischen Engagement.

In einem Beitrag hatte Tolokonnikowa über die Bedingungen und das Mit- und Gegeneinander zwischen Lagerleitung und Häftlingen, aber auch unter den Frauen berichtet. Ähnliches haben die beiden anderen Erwähnten sicherlich ebenfalls erlebt. So scheint es auf den ersten Blick nicht verwunderlich, dass sich ihr zukünftiges Engagement um die Lebensumstände der zurückgebliebenen Mitinsassen drehen soll. Man kann dies jedoch auch anders lesen.

In der Folge möchte ich eine Lesart anbieten, über deren Plausibilität sich jeder selbst ein Bild machen muss. Übereinstimmend berichten Tagesschau.de und Süddeutsche.de, dass Tolokonnikowa Russland mit einem Straflager verglich. „‚Russland ist nach dem Modell einer Strafkolonie aufgebaut‘, sagte sie.“ ‚Straflager und Gefängnisse sind das Gesicht des Landesschreibt Tagesschau.de weiter, während die Süddeutsche sie mit den Worten zitiert: „Und diese Kolonie müssen wir unbedingt ändern.“ Hier gerät das Straflager zu einer Metapher, anders als bei Tagesschau.de“, hier heißt es: „Um Russland zu verändern, müsse auch das Strafvollzugssytem geändert werden. Sie wolle sich daher künftig vor allem für die Rechte von Gefangenen einsetzen.“ „Russland ohne Putin“, rief Tolokonnikowa den JournalistInnen zu, was sich mit einem weiterem politischen Engagement eher in Verbindung lässt, als mit dem thematisch eingegrenzten Politikfeld des Justiezwesens.

Die Plausibilität der Interpretation der Tagesschau ergibt sich aus der Absichtserklärung Chodorkowskijs. Die FAZ berichtete  am 22.12.13, dass dieser Politik nun zukünftig als zivilgesellschaftliches Engagement verstehen. „Er werde sich aber für politische Gefangene in Russland einsetzen. ‚Das kann für mich gar nicht anders sein““ wird der Ex_Unternehmer wiedergegeben.

„Beide Musikerinnen kündigten an, sich künftig im Kampf für Menschenrechte engagieren zu wollen.“ Ich denke und hoffe, wir werden von den Punk-Ladys noch einiges hören. Aber wir müssen die Lauscher offen halten.

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Kommentare
  1. […] Über Insassen und Lager Der Kultgenosse berichtet über die Entlassung Chodorkowkijs und der letzten beiden Pussy Riot […]

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