Farbenleere: schwarz-grün

Veröffentlicht: 22. November 2013 in Politik
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Ich habe mehrfach (Der Wink mit dem Klammerbeutel  „Rot-Rot-Grün. Parteien-Konstellationen ohne Basis“) über den diesjährigen Koalitionspolker geschrieben und agrumentiert, warum es kein rot-grünes Bündnis geben werde. Meine Fantasie war nicht ausreichend ausgeprägt für die neue Farbenleere.

Kaum hatte ich mich davon erholt, dass die SPD für die Zukunft eine Koalition mit der Partei DIE LINKE nicht mehr ausschliesst, und rot-rot-grün möglich werden könnte, spielt schwarz grün aus. Während also sowohl die SPD als auch die Grünen aktuell mit der CDU anbendeln, muss sich DIE LINKE noch gedulden, bis sich die Sozialdemokraten ’17 sozialdemokratisch orientieren wollen.

Wenn man also Familienähnlichkeiten bemühen will, koaliert Mama SPD christdemokratisch fremd und die grüne Tochter macht sich anheichig mit Mamas Lebensabschnittsapartner CDU Beziehung zu üben. Und das jüngste Familienmitglied, das zugleich fast so alt ist wie die SPD, schaut in die Röhre und ergötzt sich daran Oppositionsführer zu sein.

Aber inhaltlich scheint kein gemeinsamer „Stallgeruch“ an den dreien zu haften. Mit der SPD scheint die CDU am wenigsten Probleme zu haben, man kennt sich schon so lange. Und die CDU weiß, wie sie die alte Tante in den Griff bekommt: das Zauberwort ist Ideologieverdacht. Bei den Grünen ist dies schon einfacher. Genauso bürgerlich wie sie selbst, muss die CDU nur noch verhindern, dass die Grünen in eine alte Gewohnheit verfallen: rot-grün. Dass dies ausgerechtnet in Hessen passiert, dem Land, indem ein grüner Turnschuhträger erst Abgeordneter wurde und später ins Außenministerium joggte, ist es einerseits passend, andererseits ist es immerhin die CDU des Kofferträgers Kochs und Kanthers. Und die Bundeschristdemokratie ist einverstanden.

Sozialismusverdacht wird bei dieser Familie wohl ernstlich niemand mehr erheben, oder? (aktualisiert am 23.11.13)

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Kommentare
  1. […] Dass dies ausgerechnet in Hessen passiert, dem Land, in dem ein grüner Turnschuhträger erst Abgeordneter wurde und später ins Außenministerium joggte, ist einerseits passend. Andererseits ist der Partner immer noch die CDU der Kochs und Kanthers. Die Bundeschristdemokratie ist einverstanden. Unter Sozialismusverdacht wird diese Familie wohl nicht mehr geraten.   Crosspost von Punkgebete […]

  2. sunflower22a sagt:

    Vielleicht sollten wir alle mal aufhören, das ganze Gebrabbel von Stallgeruch, Turnschuhministern, Dachlatten, Koch und Kanther dauernd zu recyceln. Das sind längst vergangene Zeiten. Legen wir mal nur die harten Fakten nebeneinander – für welche Politik stehen CDU, SPD, Grüne in ihrer konkreten Regierungspraxis in Bund und Ländern 2013. Die Unterschiede sind sowas von gering. Worin unterscheidet sich Landespolitik im rot-grünen NRW konkret vom schwarzgelben Hessen in den letzten 4 Jahren? Kaum der Rede wert. Lass die doch koalieren mit wem sie wollen, als ob dieses ganze Identitätsgedöns irgendwie wichtig wäre.

  3. […] dem lesenswerten Blog „Punkgebete“ habe ich mit einem Kommentar einen Blogbeitrag zum Sinn und Unsinn von Parteien […]

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